Dienstag, August 21, 2018

Geschichte/ Entstehung


Zur Geschichte des Dorfes Dreetz und der Revierförsterei "Lüttgen Dreetz"

Das Gebiet um Dreetz ist nach heutigen Kenntnissen schon lange bewohnt. Zahlreiche steinzeitliche Funde und Ausgrabungen in der Umgebung von Dreetz sind Beweis dafür. Im Verlaufe der Völkerwanderung kamen slawische Stämme aus dem Osten sowie Südosten und begannen mit Ackerbau, Fischfang, Jagd und der Viehzucht. Im 12. Jahrhundert fiel der mächtige deutsche Feudalherr Albrecht der Bär in das Gebiet ein und hat dieses seinen Vasallen als Lehen übergeben.
Am 6. Juni 1337 übergab Markgraf Ludwig das Dorf Dreetz denen von Kröcher zum Lehen. Ursprünglich waren in Dreetz 5 Rittergüter ansässig. Im Zeitraum von 1624 bis 1705 wurden 3 Güter verkauft, so dass am Ende nur die Güter von Kröcher und von Lochow übrig blieben. 1774 entstand das Amtsvorwerk Dreetz aus den ehemaligen 5 Rittergütern. Der Amtssitz wurde gleichzeitig von Neustadt nach Dreetz verlegt. Etwa 1775 entstand bei Dreetz eine Schäferei, der heutige Schäferberg. 1778 wurde eine neue Kirche gebaut, die heute ortsprägend ist und unter Denkmalschutz steht.

Die erste schriftliche Erwähnung von "tho den Lutken Dretze" war 1337. Zu dieser Zeit existierten die Dörfer Groß-und Klein Dreetz. Etwa 200 Jahre später gab es das Dorf Klein Dreetz nicht mehr und die Ansiedlung wurde "Wiese im Lutken Dretzschen Luch" genannt. 1660 wurden daraus "Die Äcker zu Lutken Dreetz" und 1800 wurde dieser Siedlungsbereich als Etablissement bezeichnet. 1817 zählte man 32 Einwohner und aus dem Etablissement wurde ein Vorwerk (vom Haupthof gesondert liegender kleiner Gutshof zur Bewirtschaftung der entfernt liegenden Schläge und zur Aufnahme des Weideviehs).
Aus dem Vorwerk entstand das Domänenvorwerk mit drei Wohn- und drei Wirtschaftsgebäuden. In einem Bericht vom 17. September 1877 kam zwischen dem damaligen Oberförster Oppermann und der königlichen Regierung zu Potsdam die Einrichtung einer neuen Försterstelle in Lüttgen Dreetz zur Sprache. Laut einer handschriftlichen Aufzeichnung vom Oberförster im August 1877 sollte das neue Försterhaus neben dem Büdnergrundstück entstehen. Die Dienstländereien umfassten eine Fläche von 14,7 ha.
Im Dezember des selben Jahres wurde die Försterstelle gegründet und der Hilfsjäger Türck mit der Ausführung der Hauungen und Kulturen in dem neuen Schutzgebiet Lüttgen Dreetz unter Leitung des Försters König beauftragt. Am 13. Februar 1878 teilte der Oberförster Oppermann der Regierung mit, dass der Förster Berg sich um die Försterstelle beworben hat. Im Amtsblatt vom 6. März 1878 erschien folgender Artikel: "Die neu errichtete Försterstelle Lüttgen Dreetz in der Oberförsterei Havelberg, ist vom 1. April ab dem Förster Berg zu Gaisberg in der Oberförsterei Potsdam übergeben worden." Die Försterei ging am 17. November 1938 in den Besitz der VerwertungsgeselIschaft für Montanindustrie mbH über. Heute ist das Forsthaus im Besitz des Landes Brandenburg.

 


Das Arboretum Lüttgen Dreetz

 

Das Arboretum (lat. arbor = Baum) befindet sich in Dreetz und erstreckt sich auf eine Fläche von 8 ha. Hier gibt es momentan über 100 verschiedene Laub-, Nadel- und Strauchgewächse. Der Umfang der Sammlung erweitert sich ständig.

Der Waldgarten ist, bei freiem Eintritt, ganzjährig geöffnet. Auf kleinen Pfaden können Besucher das Areal erkunden. Sonnenbeschienene Lichtungen und kühle Schattenplätze wechseln sich ab. Überall auf dem großzügigen Gelände laden urige Holzbänke die Besucher zum Verweilen ein. Wer genügend Zeit und Muße mitbringt, der kann hier mehrere Stunden verbringen, während er die verschiedenen Bäume betrachtet und die Beschreibungen der hölzernen Individuen liest. Dabei wird mancher Besucher feststellen, dass eine Eiche nicht grundsätzlich so aussieht, wie man das erwartet. Die Eichen, mit wissenschaftlichem Namen Quercus, sind Bäume aus der Familie der Buchengewächse - Fagáceae. Sie sind hier in so vielgestaltigen Formen vertreten, dass alleine dies es Wert sind, dem Arboretum einen Besuch abzustatten. Rund 15 verschiedene Arten von Eichenbäumen leben und gedeihen hier. Die Bezeichnungen der Eichen lassen meist auf ihren Ursprung schließen oder auf die Art und Weise der Nutzung durch den Menschen, wie z. B. bei der Färbereiche oder der Schindeleiche. Weitere Arten, die zu den Buchengewächsen gehören, sind beispielsweise die etwa 10 Arten der Buchen, aber auch die Kastanien und Scheinkastanien. Allein die Gattung der Eichen umfasst etwa 400 bis 600 Arten.
 
Neben den genannten Arten sind noch viele weitere Bäume aus verschiedensten Familien hier beheimatet. Nicht jeder davon ist ursprünglich ein Nord-West-Europäer. Asiatische und nordamerikanische Baumgeschwister der heimischen Arten sind ebenfalls vertreten. Wichtig ist nur, dass die Bäume bei den hiesigen klimatischen Bedingungen gut gedeihen können. Diese hier gepflanzten Bäume sind überwiegend Spenden von Firmen oder Privatpersonen, den sogenannten Baumpaten. Einige Baumpaten kommen, nachdem ihr Baum eingesetzt wurde, regelmäßig ins Arboretum, um "ihren" Baum zu besuchen.
 
Mit zum Arboretum gehören zwei Obstbaumwiesen, die sich unmittelbar südlich und westlich an das eigentliche Arboretum anschließen. Die Wiesen mit Obstbäumen und Beerensträuchern sollen die Besucher, vom frühen Sommer bis in den späten Herbst hinein, zum Naschen verführen. Überwiegend sind es alte Obstsorten, die hier angepflanzt wurden. Schilder weisen auch hier auf den Namen und die Herkunft der Sorten hin.
 
Etwas Trubel in die Ruhe bringen regelmäßig die Veranstaltungen im Arboretum, sei es der Osterspaziergang, das Arboretumfest, die Hubertusmesse oder der Weihnachtsmarkt. Und junge Paare können sich inmitten der Natur das Ja-Wort geben und so sie wollen auch gleich im Arboretum feiern.

Routenplaner

Route zum Arboretum. Bitte geben Sie Ihren Startpunkt ein. (Straße, Ort)

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